Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

Knapp eine Woche ist es her da schrieb ich, dass sowohl für das anstehende Spiel gegen St. Pauli als auch für das letzte Heimspiel gegen Nürnberg die JustPay Karte genutzt werden könne. Diesen Text hatte ich natürlich vorher intensiv mit dem Vorstand für Finanzen besprochen, da mir JustPay schon immer  suspekt war und gerade im Insolvenzfall gerne Gelder einbehalten oder sogar zurück gefordert werden. Mir waren zwei Dinge wichtig:

  1. Dass die Standbetreiber ihr Geld erhalten
  2. Dass die Fans und Karteninhaber ihr Geld erhalten

Nun, soweit bis heute bekannt ist, hat das wohl weitgehend für den Spieltag gegen St. Pauli funktioniert. Gegen Nürnberg jedoch platzte heute die „Bombe“, dass keine Zahlungen mit der JustPay Karte mehr vorgenommen werden können, keine Beträge ausgezahlt werden und selbst postalisch eingesandte Karten vorläufig auf „Eis“ liegen, bis voraussichtlich im Juli mal darüber gesprochen wird, was mit dem theoretisch vorhandenen Guthaben passieren soll.

Es ärgert mich zutiefst, dass eine Empfehlung revidiert werden muss. Denn gerade die Behandlung der Karte beim letzten Heimspiel hatte ich explizit hinterfragt, da für Frankfurt lediglich das Spiel gegen Wolfsburg am vergangenen Samstag seitens des (vorläufigen) Insolvenzverwalters abgesegnet war. Michael Klatt war sich sicher, da er eine Zusage des vorläufigen Insolvenzverwalters hatte, dass auch das Nürnberg Spiel abgewickelt werden könne. Jetzt zeigt sich, dass diese Aussagen des Insolvenzverwalters wohl nicht belastbar waren. Es stellt sich die Frage, wie belastbar war denn die Zusage für das Pauli Spiel? Erhält der 1. FCK e.V. sein Geld, um die Standbetreiber zu bezahlen oder wandern die Einnahme in den großen Topf, wie schon das Spiel gegen die 60er zuvor?

Jetzt aber dem derzeitigen Vorstand Vorwürfe zu machen ist schon ein Stück weit „hirnverbrannt“. Denn bereits 2014 zeichnete sich ab, dass da mit dem Laden von Justpay etwas nicht stimmt. Damals schrieb ich (noch bei Fankultur) diesen Artikel, basierend auf einem Bericht des Magazins JP4 Sport.biz. Ebenso hinterfragte ich die Meinung der damaligen Vereinsführung auf der damaligen Fanversammlung. Der zu diesem Zeitpunkt zuständige Geschäftsführer Marco Stenger wusste damals nichts von dem Insolvenzverfahren, noch kannte er die Laufzeit der Verträge. Von Empfehlungen, möglichst zurückhaltend Guthaben auf die Karte zu buchen hielt er ebenso nichts wie mögliche alternative Bezahlsysteme im Fritz-Walter-Stadion einzuführen (Köln machte es damals gerade vor).

Komisch ist es auch, wenn gerade am Spieltag gegen St. Pauli die Karte noch einmal richtig fett „aufgepumpt“ wurde. Wie schrieb ich letzte Woche noch einmal?

Ladet maximal den Betrag auf die Karte, den ihr auch verbraucht

Damit meinte ich natürlich – am gleichen Tag! Bei einem Insolvenzverfahren sollte immer extrem vorsichtig mit Geld umgegangen werden. Egal ob man welches erhält oder einzahlt. Es gibt keine Garantie, dass dieses Geld „stabil“ in der Kasse liegt. Da bei dem Konglomerat der Payment Solutions gleich drei Firmen den Insolvenzantrag gestellt haben, werden jetzt wohl Gelder hin und her geschichtet, je nach Anspruch. Damit sind die Karten das letzte, was irgendeinen Anspruch ausmacht, ebenso das Pfand dieser Karten.

Auch wenn die Perspektive FCK eine Sammelaktion startet und hofft, zusammen mit dem 1. FC Kaiserslautern e.V. Geld für diese Karten zu erhalten, so befürchte ich persönlich, dass daraus nichts wird.

Wie lautete meine Überschrift 2014?

Das Geld ist nicht weg, es ist nur woanders

So wird es wohl leider kommen.