Sick and tired

“Krank und müde” hätte ich auch als Titel nehmen können. Oder was mir auch durch den Kopf ging “Müde bin ich, geh’ zur Ruh” – das letztere ist jedoch der Anfang eines Gedichtes, das ich als zu religiös erachte. Also schoss mir das Lied von Anastacia durch den Kopf. “Sick and tired”, besonders zwei Zeilen sind dann auch noch ausschlaggebend, dass ich mich für diesen Titel entschied “You live in a world where you didn’t listen and you didn’t care” – also “Du lebst in einer Welt in der Du nicht zuhörst und Du Dich nicht darum kümmerst”.

Was das alles mit dem 1. FC Kaiserslautern e.V. zu tun hat? Nun, eine ganze Menge. Dieser Blogeintrag wird ein Rückblick auf diese verkorkste Saison 2016/2017. Auf eine Saison der Desillusion. Auf ein Jahr voller Hoffnung und der Enttäuschung, weil “man” nicht zuhört. Auf ein Jahr in dem sich kein Geier darum kümmert, was die Menschen im Verein bewegt, was sie antreibt, was sie aber auch resignieren lässt. Ein Jahr voller Arbeit und Gespräche in dem Bemühen, Dinge zu verändern, Dinge zu verbessern, Dinge endlich anzugehen, die in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt wurden.

Alles, um am Ende des Jahres, am Ende der Saison festzustellen, dass wieder keiner zuhörte, sich wieder keiner kümmerte, sich wieder nichts änderte. Im Gegenteil, es musste bis zum letzten Spieltag gezittert werden, um nicht in die Relegation zu rutschen. Wo das geendet hätte konnte man gestern Abend beim Spiel der Freunde von 1860 München erleben. Wut, Enttäuschung, Hass, Zorn auf alles was diesen Verein oder sollte ich sagen, diese Kapitalgesellschaft, gegen die Mauer gefahren hat.

Welcher Traditionsverein ist der Nächste der implodiert? Was werden die Herren Innen- und Justizminister sich aus ihren feuchten Träumen für neue Ideen ausdenken, nachdem gestern in München randaliert wurde, nachdem zuvor schon am Montag in Braunschweig das Kriegsrecht ausgerufen werden musste? Welche Forderungen werden im Rahmen der DFL/DFB AG Fankulturen Ende August von den Vertretern der DFL und des DFB auf den Tisch gelegt werden, nur um die Frage zu formulieren “Wie kann man verhindern, dass so etwas wieder passiert?”. Nun es wäre ganz einfach – Relegation abschaffen. Aber OK, das würde ja dieses Spektakulum der aufeinander prallenden Emotionen verhindern.

Ja, dieser Blogeintrag dürfte etwas länger werden. Wer nicht so viel lesen mag, hier die Kurzfassung:

Alles Scheiße, Deine Elli

Für alle die etwas mehr wissen wollen und denen etwas längere Texte keine Angst bereiten, hier die etwas ausführlichere Version.

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Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

Knapp eine Woche ist es her da schrieb ich, dass sowohl für das anstehende Spiel gegen St. Pauli als auch für das letzte Heimspiel gegen Nürnberg die JustPay Karte genutzt werden könne. Diesen Text hatte ich natürlich vorher intensiv mit dem Vorstand für Finanzen besprochen, da mir JustPay schon immer  suspekt war und gerade im Insolvenzfall gerne Gelder einbehalten oder sogar zurück gefordert werden. Mir waren zwei Dinge wichtig:

  1. Dass die Standbetreiber ihr Geld erhalten
  2. Dass die Fans und Karteninhaber ihr Geld erhalten

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Das Ende von JustPay

Das lange erwartete Ende der Bezahlkarte im Fritz-Walter-Stadion ist wohl gekommen. Die Firma Payment Solutions Services GmbH aus der Schweiz mit Sitz in Hamburg hat beim zuständigen Amtsgericht einen Insolvenzantrag gestellt. Die Schwierigkeit ist nun, dass die Standbetreiber und die Karteninhaber im Grunde auf einer Zeitbombe sitzen.

Der Standbetreiber erwartet, dass seine Waren bezahlt werden. Der Karteninhaber, dass etwaiges Guthaben auf der Karte zurückgezahlt wird.

Nach Rücksprache mit dem Vorstand für Finanzen, Michael Klatt, gibt es wohl eine Einigung zwischen dem vorläufigen Insolvenzverwalter und dem 1. FCK e.V. wonach die letzten beiden Spieltage „normal abgerechnet“ werden können. Das bedeutet, dass der Standbetreiber sein Geld für die verkauften Waren erhält.

Einzig einen Run auf die „grünen Männchen“, also die JustPay Kartenverwalter sollte unterbleiben, da diese sicherlich nicht genügend Bargeld dabei hätten, um die Auszahlung aller Guthaben auf den Karten vorzunehmen.

Das bedeutet im Klartext:
„Fresst und sauft was die Karte hergibt. Ladet maximal den Betrag auf die Karte, den ihr auch verbraucht“. 

Eine Kuriosität am Rande ist, dass im Gegensatz zum 1. FCK bei der Eintracht Frankfurt lediglich das kommende Heimspiel gegen Wolfsburg abgesichert ist. Wohingegen das letzte Heimspiel der Eintracht am 34. Spieltag gegen Leipzig bis jetzt noch nicht vom vorläufigen Insolvenzverwalter „freigegeben“ wurde.

Seit Jahren bemängelt die Perspektive FCK das Zahlkartensystem JustPay. Es ist nicht die erste Insolvenz der Muttergesellschaft die schon einige Male gewechselt hat und die Firmensitze verlegte. Dass es nun mit einem Mal so abrupt zu Ende geht ist bedauerlich, da die Führungsriege des 1. FCK e.V. mehrfach auf die Missstände hingewiesen wurde. Ebenso bitter ist, dass ausgerechnet für die letzten drei Heimspiele der 1. FCK e.V. die Werbekampagne mit den 5 Euro Guthaben auf der Karte betrieben hat.

Hoffen wir alle, dass es am Ende für den 1. FC Kaiserslautern e.V. gut ausgeht und der Verlust nicht allzu hoch sein wird.

Hier noch ein Artikel, den ich im Oktober 2014 zur damaligen Situation von JustPay schrieb -> http://www.fankultur.com/blog/jocheng/1818-das-geld-ist-nicht-weg,-es-ist-nur-woanders