(c) Johannes Schäfer

So liebe Kinder gebt fein acht, ich hab euch etwas mitgebracht

DAS Wort der Stunde beim 1. FC Kaiserslautern e.V. lautet „KONTINUITÄT“. So auch in den Interviews die alle aktuell im Aufsichtsrat sitzenden Kandidaten gegenüber dem Fanzine „Der Betze brennt“ gegeben haben. Dieses Wort führt, ähnlich wie bisher „Herzblut“, zu extremen Würgereflexen, da es einfach überall seitens des Vorstands, des bestehenden Aufsichtsrat oder sogar des Ehrenrats eingehämmert wird.
Es wird darauf verwiesen, dass man den so erfolgreichen Weg nun weitergehen sollte und das ginge nur mit „KONTINUITÄT“ in den Gremien. Droht sonst der Absturz in die Drittklassigkeit? Im letzten Blog habe ich mich ein wenig mit der Entwicklung von ein paar Kennzahlen des Vereins auseinander gesetzt. Da schon hatte der amtierende Aufsichtsrat der vergangenen sechs Jahre ein gesundes Maß an „Ignoranz“ an den Tag gelegt. Das aber kontinuierlich.
Nun möchte ich mich noch einmal mit dem Aufsichtsrat, aber auch anderen Gremien wie dem Ehrenrat und den Rechnungsprüfern auseinander setzen. Denn auch diese Gremien stehen am kommenden Totensonntag zur Wahl.

Beginnen wir mit einem der wesentlichsten Eigenschaften, die man offenbar mitbringen muss, um in eines der Ämter zu gelangen. Dem „Vergessen“ …

Es ist von fundamentaler Wichtigkeit, dass man vergisst.

Aufsichtsrat
Zunächst ein kurzer Abriss aus Wikipedia zum Thema Aufsichtsrat:

In deutschen Aktiengesellschaften wird die Unternehmensführung durch den Vorstand wahrgenommen. Dessen Tätigkeiten sollen, um bspw. Misswirtschaft oder eigennütziges Fehlverhalten zu unterbinden oder aufzudecken, durch eine weitere Instanz kontrolliert werden. Hierzu ist es notwendig, ein Aufsichtsgremium einzurichten, welches eine angemessene Kontrolle des Vorstands sicherstellen soll. Dieses ist im deutschen System der Aufsichtsrat. Ergänzend hierzu können freiwillig weitere Kontrollgremien wie Beiräte oder Aktionärsausschüsse eingerichtet werden. (Siehe dazu auch das Thema Corporate Governance.)

Der Aufsichtsrat nimmt neben seiner Kontrolltätigkeit aber auch eine Beratungsfunktion des Vorstands wahr.

Vielleicht wäre es möglich, die wesentlichen Elemente der Aufgaben für einen Aufsichtsrat mal für ein paar Minuten nicht zu vergessen.

Was haben denn die Protagonisten des aktuellen Aufsichtsrats schon so alles vergessen?
Hier zunächst ein Auszug aus unserer aktuellen Satzung (Art. 13 Abs. 3a):

[…] Aufsichtsräte dürfen nicht in einem Anstellungsverhältnis zum Verein stehen oder auf anderer Basis entgeltlich für ihn tätig sein, weder unmittelbar noch mittelbar.

Nun gab es während einer Satzungsausschusssitzung durchaus eine Diskussion über diesen Passus und was darunter zu verstehen sei. Ein Mitglied erwähnte in diesem Zusammenhang die „Übungsleiterpauschale“. Nun kann sich dieses Mitglied nicht mehr dran erinnern, so etwas gesagt zu haben. Vergessen?
Schon interessant.

Vergessen ist offenbar auch ein bisschen, weshalb es im Nachwuchsleistungszentrum keine Sterne mehr gab. Hier noch einmal aus der aoMV vom 9. Mai 2012 die Aufstellung der Punkte:

20:24 Uhr: Kuntz erklärt die Zertifizierung des Nachwuchsleistungszentrums, durch das die Abstufung von drei auf null Sterne erfolgte:

  • Strategien und Finanzen: 73% von maximal 305 Punkten wurden erreicht.
  • Organisation und Verfahren: 29% von 210 Punkten.
  • Fußballausbildung und Bewertung: 28% von 1.380 Punkten.
  • Unterstützung und Bildung: 26% von 440 Punkten.
  • Personal: 50% von 1.150 Punkten.
  • Kommunikation und Kooperation: 40% von 475 Punkten.
  • Infrastruktur und Ausstattung: 72% von 310 Punkten.
  • Effektivität und Durchlässigkeit: 51% von 730 maximal möglichen Punkten.

Den Mitgliedern wurde immer verkauft, dass nur durch hohe Investitionen in das Nachwuchsleistungszentrum die Sterne zurück erobert werden können. Einer der Gründe für die Betze-Anleihe 2013.  Aber genau in den Bereichen waren schon hohe Prozentzahlen erzielt. Also lag es nicht daran sondern wohl eher an den handelnden Personen. Das wurde zwar zwischenzeitlich korrigiert, aber auch nur auf erheblichen Druck. Immerhin wurde das Nachwuchsleistungszentrum ohne große Investitionen nun mit drei Sternen ausgezeichnet. Die wahren Gründe für die schlechte Benotung des „Fröhnerhofs“ lag wohl am falschen Personal. Das zu hinterfragen hat der Aufsichtsrat wohl vergessen.

Vergessen auch die zahllosen Spielerverpflichtungen in den vergangenen Jahren und die endlosen Diskussionen zum Thema Sportdirektor. Erst haben wir nicht genug Geld in der zweiten Liga, dann liegt es am Vertrag mit Herrn Kuntz, letztlich argumentiert man nun mit dem Zukunftsmodel und den damit frei gewordenen Mitteln, weshalb man nun doch im Mai einen Sportdirektor verpflichten konnte. Getreu dem Motto „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern …“ – hat man schneller vergessen, als eine Halbzeit vorbei ist.

Ein weiterer Punkt des „Vergessens“:

Zur außerordentlichen Mitgliederversammlung am 9. Mai 2012 stellte ich den Antrag, der unter der laufenden Nummer 8 im Antragsheft abgedruckt war. Dort ging es um die „Bildung eines ständigen Satzungsausschusses“. Dieser Antrag wurde vom damaligen, fälschlicherweise, eingesetzten Sitzungsleiters Dr. Koll (Ehrenrat) mit der Begründung abgelehnt, er sei „satzungswidrig“.
Auf meine Nachfrage beim Vorsitzenden des Aufsichtsrats erhielt ich folgende Auskunft:

4. Satzungsausschuss
Wie die Überschrift von Art. 14 Abs. 4 der Satzung schon zeigt, bezieht sich diese Bestimmung auf Ausschüsse des Vorstands. Der Vorstand ist aber für Satzungsänderungen nicht zuständig. Er kann also dazu auch keinen Satzungsausschuss bilden.
Nach Art. 9 Abs. 6 der Satzung können im Übrigen Anträge, die auf Satzungsänderung gerichtet sind, nur für die Jahreshauptversammlung (ordentliche Mitgliederversammlung nach Art. 10) gestellt werden. Hintergrund dieser Satzungsregelung ist v.a. die BGH-Entscheidung vom 17.11.1986 (BGHZ 99, 119), wonach über Satzungsänderungen nicht beschlossen werden darf, wenn der Beschlussgegenstand nicht allen Mitgliedern vorab angekündigt worden ist. Das würde selbst dann gelten, wenn die anwesenden Mitglieder den Antrag einstimmig befürworten würden, weil die nicht erschienenen Mitglieder vor überraschenden Beschlüssen geschützt werden müssen, bei deren Ankündigung sie möglicherweise an der Versammlung teilgenommen hätten. Die Satzung verlangt daher einen entsprechenden Antrag bis zum 30.08. eines Jahres, damit der Antrag in der Einladung zur Jahreshauptversammlung, die frühestens am 15.10. stattfinden darf, angekündigt werden kann.
Der von Ihnen gestellt Antrag zielt zwar nicht auf eine unmittelbare Änderung inhaltlicher Regelungen der Satzung gerichtet, sondern die Bildung eines Satzungsausschusses. Auch dieser Antrag ist aber von derart weittragender Bedeutung, dass hierüber nicht ohne Ankündigung gegenüber allen Mitgliedern abgestimmt werden kann, zumal dieses besondere Gremium in der Satzung nicht vorgesehen ist.

Auch hierauf gab es eine entsprechende Antwort von mir an Herrn Rombach:

4. Satzungsausschuss
OK, wenn der Vorstand nicht für den Satzungsausschuss zuständig ist, wer ist es dann? Genau dazu sollte die Mitgliederversammlung ja dienen. Und entgegen Ihrer Auffassung, dass dies ein Antrag mit weittragender Bedeutung sei, wäre es lediglich die Einberufung eines Ausschusses gewesen. Ihrer gesamten Argumentationskette hinsichtlich einer satzungsändernden Wirkung dieses Ausschusses, kann ich beim besten Willen nicht folgen. Für mich ist es völlig unverständlich, wie seit Monaten wissentlich gegen die Satzung und die Abteilungsstrukturen verstoßen wird, mir in einem E-Mail von Herrn Frenger eine mögliche Zusammenarbeit hinsichtlich der „neuen Satzung“ für Frühjahr angeboten wird, um dann bei dem Antrag einen Satzungsausschuss zu gründen von einem Verstoß gegen die Satzung zu sprechen. Bitte Herr Professor Rombach, überlegen Sie doch einmal, welche Außenwirkung so etwas hat.

Bei der darauffolgenden Jahreshauptversammlung 2012 am 30. November 2012 tauchte mit einem Mal ein Antrag Nr. 16 auf, in dem, nun von Vorstand und Aufsichtsrat, die Bildung eines Satzungsausschusses beantragt wird.
Waren nun die Einwände vom Mai mit einem Mal vergessen?

Ist es nun aber nicht so, dass der Aufsichtsrat sich auch um die Dinge kümmern sollte, die vom Vorstand und der Geschäftsführung des Vereins nicht so wirklich ernst genommen werden?

Artikel 14 Abs. 4 unserer Satzung sagt:

Jede Abteilung gibt sich eine Abteilungsordnung, die der Genehmigung des Vereinsrates bedarf.

Mit E-Mail vom 9. November 2011 (!) antwortete mit auf meine Frage nach der Abteilungsordnung der Abteilung „Gesamtfußball“ der damalige Geschäftsführer Jens König:

Für die Abteilung Gesamtfußball liegt in der Tat keine Abteilungsordnung vor. Die Abteilung wurde viele Jahre von Rudi Merk bis zu seinem Tod im Jahr 2008 geführt, danach wurde kommissarisch in Klaus Becker als ordnungsgemäß gewählten Stellvertreter ein Nachfolger gefunden. Herr Becker wurde im Rahmen einer Abteilungssitzung am 12.11.2008 zum Abteilungsleiter gewählt und, wie in der Satzung vorgesehen, später 2008 von der Jahreshauptversammlung bestätigt.

Am 11. November 2011 folgte dann im Vorfeld der JHV ein Gespräch, unter anderem mit Herrn Frenger zum Thema Abteilung „Gesamtfußball“. Dort wurde auf eine Änderung der Satzung im Jahre 2012 verwiesen, um dann eine Neustrukturierung der Abteilungen vorzunehmen. Nun, bis heute, November 2014, ist diese Neuordnung nicht geschehen und natürlich existiert auch keine Abteilungsordnung. Wurde wohl „vergessen“.

Der nächste Punkt ist ebenfalls aus der Satzung. Hier heisst es in Artikel 6 Abs. 2:

Jedes Mitglied kann nach Maßgabe der Satzung und der Vereinsordnung an dem Vereinsleben teilnehmen.

Hat mal jemand nach der Vereinsordnung gefragt? Vom Aufsichtsratsmitglied Frenger erhielt ich im Rahmen einer Satzungsausschusssitzung die Antwort „Gibt es nicht“. Auch Dr. Koll vom Ehrenrat musste feststellen, dass es eine Vereinsordnung nicht gibt. Wurde wohl „vergessen“. Bis heute ist diese aber auch noch nicht realisiert oder umgesetzt.

Es zeigt sich demnach schon, dass man sich innerhalb des 1. FC Kaiserslautern e.V. nicht wirklich an die eigenen Regeln hält. Jugendordnung -> Fehlanzeige, Abteilungsordnung(en) -> einige Fehlanzeige, Vereinsordnung -> Fehlanzeige.

Hach und die Informationspflicht des Aufsichtsrats über die wirtschaftliche Lage des Vereins. Artikel 13 Abs. 6

Der Aufsichtsrat hat in der Vereinszeitschrift jeweils pro Quartal einen Zwischenbericht über die wirtschaftliche Situation des Vereins zu veröffentlichen.

Dezente Anfrage an alle Mitglieder des Vereins: „Hat den Bericht schon einmal jemand zu Gesicht bekommen?“
Vermutlich nicht. Denn das wurde sicherlich „vergessen“. Oder sind Aussagen des Aufsichtsratsvorsitzenden wie „wir stehen wirtschaftlich solide da“ oder „wir sind wirtschaftlich auf einem guten Weg“ dem Zwischenbericht gleichzusetzen?

Nun denn, die Liste des Vergessens könnte seitenlang weitergeführt werden und man fände immer wieder neue Punkte, die schlichtweg vergessen wurden. Wenn Herr Kuntz davon spricht, dass man „mal etwas nicht so genau handhabt“, dann ist das beim besten Willen nicht zu akzeptieren. Der Vorstand und die Geschäftsführung des 1. FC Kaiserslautern e.V. ignoriert die rechtliche Grundlage unseres Vereins.
Artikel 13 Abs. 5a unserer Satzung sagt:

Der Aufsichtsrat kontrolliert die Wahrnehmung der  Vereinsaufgaben durch den Vorstand.

Die Einhaltung der Satzung zählt sicherlich auch zu den Vereinsaufgaben des Vorstands. Die Kontrolle ist zum Vergessen.

Ehrenrat

Hier wird es spannend werden, wer als Mitglied zum Ehrenrat vom Vorstand vorgeschlagen wird. Zuletzt war ja der Clou, dass vom Vorstand Wolfgang Erfurt vorgeschlagen wurde. Der Polizeipräsident von Kaiserlautern. Der Artikel über den Ehrenrat in unserer Satzung darf man durchaus als „sehr obskur“ bezeichnen.
Art. 17 Abs. 2

Die Mitglieder werden in der Mitgliederversammlung auf die Dauer von drei Jahren gewählt. Der Vorstand unterbreitet der Mitgliederversammlung einen Wahlvorschlag. Die Mitglieder des Ehrenrates wählen aus ihrer Mitte den Vorsitzenden. Sie unterliegen keinen Weisungen anderer Vereinsorgane.

Wie soll da „gewählt“ werden, wenn man keinen „abwählen“ kann.
Aktuell ist der Ehrenratsvorsitzende Prof. Dr. Schappert. Ein Mediziner. Dr. Koll, ein Jurist, ist „nur“ Mitglied im Ehrenrat. Meine Erfahrungen mit diesem Gremium hat sich durch die Wahlpropaganda des Ehrenrats in der letzten Mitgliederzeitschrift bestätigt. Hier ist eine Gremium am Werk, dass sich ausschließlich zugunsten des Vorstands orientiert. Kritisches Hinterfragen findet nicht statt. „Vergessen“?
So hatte ich im Mai 2014 den Ehrenrat gebeten, auf den Vorstand einzuwirken eine Abteilungsversammlung „Fußball“ einzuberufen, da es keinen gewählten Abteilungsleiter dieser Abteilung gibt. Immerhin gehören dieser Abteilung ca. 16.000 Mitglieder an. Diese Abteilungsversammlung soll, laut unserer Satzung (Artikel 21 Abs. 1)

In Wahljahren (Art. 10) wählt jede Abteilung in einer Abteilungsversammlung auf die Dauer von drei Jahren:
a) den Abteilungsleiter, die Fußballabteilung neben dem Abteilungsleiter Gesamtfußball die Abteilungsleiter Amateure, Jugend- und AH-Traditionsmannschaft sowie „FCK-Portuguesa”;

in den Wahljahren (die Jahre in denen Aufsichtsratswahlen anstehen) einen Abteilungsleiter, sowie Stellvertreter etc. wählen. Das wurde 2011 wohl „versäumt“. Nun bat ich den Ehrenrat die Wahl eines Abteilungsleiters zumindest bis zur „ordentlichen“ Wahl im Herbst der Abteilung Fußball bis zum 31. August zu ermöglichen. Auf Nachfragen Ende August erhielt ich die Aussage:“

Nach Rücksprache mit Vorstand und Aufsichtsrat, wurde mir mitgeteilt, dass man Probleme bei einer kurzfristigen Einberufung einer Abteilungssitzung Fußball sieht und dies gerne mit Ihnen erörtern würde.

Es ist ja auch so kurzfristig, vom Mai bis 31. August einen solchen Termin zu planen und umzusetzen. Da hat der Ehrenrat wohl „vergessen“, auf den Vorstand mal ein bisschen einzuwirken. Aber wen kümmern schon 16.000 Mitglieder, wenn der Vorstand das alles nicht haben will.

In diesem Zusammenhang ist auch auffallend, dass sich wohl nicht wirklich viele Abteilungen an die Satzung halten. Denn demnach müssten dieses Jahr in allen Abteilungen Wahlen zum Abteilungsleiter stattfinden. Nur findet man auf den Tagesordnungen dazu reichlich wenig. Ein Fall für den Aufsichtsrat oder den Ehrenrat? Kannste vergessen.

Rechnungsprüfer

Nun gut, die Herren die dieses Amt bekleiden sind meist weniger auffällig. Ihr Bericht erfolgt zwischen dem Bericht des Aufsichtsrat und der Entlastung. Meist wird diese Zeitspanne nach den langen Selbstbeweihräucherungen des Vorstands und des Aufsichtsrats genutzt, um diverse Flüssigkeiten zu entsorgen bzw. die leeren Behälter des Ursprungs derselben wieder aufzufüllen.
Auch diese drei Herren – warum müssen das eigentlich immer Herren sein? – werden dieses Jahr neu gewählt. Oder sollte ich schreiben „wieder gewählt“, denn nach letzten Gerüchten soll man alle drei wieder davon überzeugt haben, erneut das Amt zu bekleiden.

Artikel 18 unserer Vereinssatzung schreibt hierzu:

Die Mitgliederversammlung wählt alle drei Jahre drei fachkundige Rechnungsprüfer. Die Rechnungsprüfer dürfen kein weiteres Vereinsamt haben. Ihnen obliegt die Prüfung der Kassen- und Buchführungen in formeller und sachlicher Hinsicht. Sie legen ihren Bericht dem Vorstand und dem Aufsichtsrat vor und berichten der ordentlichen Mitgliederversammlung.

Wikipedia ist da, zumindest was die Aufgaben betrifft, etwas informativer.

Ein Kassenprüfer wird, je nach den Bestimmungen der Vereinssatzung, von der Mitgliederversammlung oder einem Kontrollgremium berufen. Er vergewissert sich, ob das Vermögen des Vereins in einem festgelegten Zeitraum ordnungsgemäß verwaltet wurde, und erstattet der Mitgliederversammlung Bericht. Er kontrolliert somit die Tätigkeiten des Vorstands und des Kassenwarts oder Schatzmeisters.

Insbesondere was das Thema „Entlastung“ betrifft schreibt Wiki:

Der Prüfungsbericht ist Entscheidungsgrundlage für die Mitgliederversammlung. Sie befindet, ob der Kassenwart und der gesamte Vorstand des Vereins entlastet werden sollen. Durch die Entlastung spricht die Mitgliederversammlung den entlasteten Personen das Vertrauen aus und verzichtet auf nachträgliche Schadensersatzforderungen. Die Entlasteten sind – auch nach erfolgter Entlastung – jedoch nicht vor solchen Ansprüchen geschützt, die deshalb nicht entdeckt wurden, weil sie die Kassenprüfer etwa durch Vorlage falscher oder unvollständiger Unterlagen getäuscht haben.

Somit sollte man also meinen, dass diese drei Herren nicht nur die Portokoasse prüfen, sondern eben eingehend analysieren und prüfen, ob die Gelder im Verein entsprechend den Vereinsregeln und -plänen eingesetzt und verwaltet wurden. Also im Grunde genommen genau die Stelle, die sich einmal mit dem Thema „Betze-Anleihe“ auseinandersetzt oder auch mit dem ominösen „Verkäuferdarlehen“, dass im Grunde mit 2,8 Millionen Euro seit einigen Jahren durch die Bücher geistert aber nirgends wirklich greifbar ist.
Wer nun aber denkt das sei deren Aufgabe wird sich wundern. Denn man erhält dann die Antwort, dass dies in den Bereich des Vorstands und/oder Aufsichtsrat sowie Wirtschaftsprüfer fällt. Schon komisch, wenn genau einer der wesentlichen Gründe zur Entlastung der Bericht der Rechnungsprüfer sein soll, diese aber sich irgendwie nicht zuständig fühlen. Habe die das etwa „vergessen“?

Fazit

Wenn man sich die aktuelle Situation beim 1. FC Kaiserslautern anschaut und die bevorstehenden Wahlen zum Anlass nimmt, die Personen hinter den Gremien einmal zu hinterfragen, dann kann man es durchaus als extrem „dreist“ bezeichnen, dass alle Personen von der Kontinuität reden. Offenbar haben alle aktuellen Posteninhaber ein wenig den Fokus auf die eigentliche Aufgabe „vergessen“ und sich in einer gemütlichen Schnittchen-Ecke eingekuschelt. Es geht weder beim Aufsichtsrat, dem Ehrenrat oder den Rechnungsprüfern darum, wer den besseren Tisch im VIP-Bereich erhält, wer direkt am Stadion einen Parkschein besitzt oder wer mit welchen „Größen“ anderer Vereine Smalltalks halten darf. Es geht um unseren Verein. Um das anvertraute Geld der Anleihe, um die Zukunftsfähigkeit und die Nachhaltigkeit der Investitionen. Es geht darum, in absehbarer Zeit wieder in der ersten Liga mitspielen zu können ohne seine Seele an einen Investor oder einer wie auch immer gearteten ausgegliederten Kapitalgesellschaft verhökert zu haben und die Grundsubstanz des Vereins, die Mitglieder und ihre demokratisch verankerten Rechte mit Füßen getreten zu haben und ihnen zwar ein Stimmrecht lässt, das aber letztlich nur noch auf dem Papier wirksam ist.
Es geht um die Einhaltung der Regeln, die der Vorstand so gerne ignoriert weil der 1. FC Kaiserslautern eben noch kein 1. FC Kaiserslautern GmbH ist sondern ein Verein mit der Mitgliedervereinigung als höchstem Gremium. Wenn ein Vorstand und Aufsichtsrat den Mitgliedern eine Redezeit von drei Minuten einräumt, sich selbst aber Stunden für die Show nimmt, ist es nichts anderes als ein arrogantes Vorgehen und eine Beschneidung von Rechten derjenigen, die sie am Ende dann auch noch wählen sollen. Wenn die Schafe so dumm sind sich die eigenen Metzger zu wählen, dann darf man sich am Ende nicht wundern, was dabei rauskommt.

GEGEN DAS VERGESSEN